Konzert der Charlie Morris Band
4. Februar 2004
Oberstufen Altdorf und Seedorf
 
 
Am Mittwoch, 4. Februar 2004 durften die Oberstufenschülerinnen und Schüler der beiden Schulen Altdorf und Seedorf ein besonderes Erlebnis geniessen. Eine weitere Form von Kooperation! Auf dem Programm stand ein Konzert der Viermann-Blues-Gruppe aus Florida. Diese Gruppe konzertierte zwei Mal in der Aula Altdorf und erntete jedes Mal einen frenetischen Applaus.

Wie kam es dazu? Die Blues Gruppe stellte sich schriftlich beim Schulrat Altdorf vor, und bot ein kommentiertes Konzert an. Nach Absprache mit den Musikverantwortlichen der beiden Gemeinden Altdorf und Seedorf konnten zwei Konzerte zu je 90 Minuten arrangiert werden. Roland Hächler, Schulratsmitglied und Verantwortlicher für das Fach Musik nahm diese Aufgabe ernst, und organisierte sämtliche Details.
Im Unterricht wurde der Blues thematisiert: Man begann, darüber zu lesen schrieb Details auf und hörte Tonbeispiele. Der Aufbau wurde analysiert, man lernte die Systematik vom Blues kennen und war somit für das Konzert gut vorbereitet.

Warum gerade Blues?
Der Blues, der während der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts im Süden der USA ihren Ursprung hat, ist nach wie vor das wichtigste Element der populären Musik. Blues ist eine Synthese aus der afrikanischen Sklavenmusik und der europäischen Klassik. Musikrichtungen wie Jazz und Rock and Roll entstanden aus dem Blues. Blues-Musik hat aber auch neuere Stile wie Hip-hop und Rap stark beeinflusst. Musikfachleute sind sich einig, dass das Verstehen des Blues ein wichtiger Teil der Musikausbildung ist.

Der klassische Blues hat 12 Takte im 4/4 und ist dreiteilig. Text und Melodie der ersten 4 Takte werden im 2. Teil wiederholt. Der dritte Teil bringt die textliche und melodische Antwort und den Abschluss. Das melodische Material ist pentatonisch (Fünftonmusik), die harmonische Begleitung beschränkt sich ursprünglich auf drei Akkorde. (G7,C7,D7). Oft wurde die Gitarre auf einen fixen Grundakkord gestimmt. Aus der Normalstimmung E-A-D-G-H-E wurde durch Tieferstimmen z.B. D-G-D-G-H-D für den G-dur Akkord. Mit einem abgebrochenen Flaschenhals, der an den linken Ringfinger gesteckt wurde, konnten die Begleitakkorde leicht gegriffen werden. Heute wird davon immer noch Gebrauch gemacht, natürlich etwas modernisiert.

Die Geschichte des Blues ist eng verbunden mit vielen wichtigen Ereignissen der Amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Blues Musik kann ein ausgezeichneter Startpunkt sein, um Jugendliche in Geschichte zu unterrichten, wie z.B. die Auswirkung der Sklaverei und der Zivilrechtsbewegung oder in der Geschichte des kulturellen Einflusses Amerikas auf Europa.

Der Blues ist weiterhin sehr beliebt, aber die ursprünglichen Praktiker des traditionellen Blues sterben bald aus, wie z.B. Jmmi Reed. Es ist darum sehr wichtig, dass junge Leute den Blues zu schätzen lernen, so dass er kein Museumsstück wird, sondern dass er sich weiterhin entfaltet und neue Fans gewinnt.

Warum gerade Charlie Morris?
Die Viermann - Gruppe aus Florida spielt eine Vielfalt der traditionellen Blues-Stile und spielt seit 1992 regelmässig in der Schweiz, dieses Jahr sind es 18 Konzerte. Sie ist eine Band, die nur Blues und verwandte Stile spielt, inklusiv Mississippi Delta Blues mit Harmonika und Slide Guitar, sowie elektrischen Chicago Blues und Louisiana Cajun.

Ausgehend von gemütlichen Rhythmen drehte die Viermann-Band bald auf und liess recht swingen und synkopisieren, sei es auf der Sologitarre, am Bass, Schlagzeug, Piano oder sehr virtuos auf der mundharmonika. "Blues ist Musik für Spass, man kann dazu auch singen, springen und tanzen", meinte Charlie Morris. Auch wurden interessante eigene Kompositionen dargeboten. Stücke aus dem Rock and Roll und Jazz fehlten ebenfalls nicht.
Charlie Morris ist seit 20 Jahren ein begnadeter Sänger, Komponist und Instrumentalist, er weiss sehr viel über Blues und seiner Geschichte und erzählt auch darüber. Er spricht gut Deutsch und beantwortete alle von den Jugendlichen gestellten Fragen. Die Band brachte nur dosiert Showeinlagen, dafür um so mehr Präzision und hochstehende Musikqualität.

Hier einige Meinungen zum Konzert:
Patrick Stadler, Musiklehrer: "Äs het umäär gfägt! Blues in absoluter Reinkultur. Da kann keiner widerstehen zu wippen, schnippen klatschen und mitzusingen. Ein sehr interessanter Nachmittag mit vier absoluten Vollblutbluesern." Peter Wipfli, Sekundarlehrer: " Toll, erfreuliche Abwechslung zum Schulalltag, hervorragende Musiker spielen grandiose Live-Musik mit phantastischen Soli." Valentina Schuler, Schülerin aus Seedorf: " Es war gut, solche Anlässe muss man wiederholen, nächstes mal in Seedorf." Nicht so begeistert aber ehrlich war Yvonne Zanela: " Mir hat es nicht gefallen, es war langweilig, ja eben nicht meine Musik." Andre Furrer hingegen meinte: " Tip Top, ist gut gewesen!" Und Roland Gasser fügte hinzu: "Nur eine Gratis-CD fehlte!"

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